Ausstellung der zeitgenössischen slowenischen bildenden Kunstim Europäischen Parlament
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Im Europäischen Parlament in Brüssel wurde gestern am 12. Juli die Ausstellung der zeitgenössischen slowenischen bildenden Kunst "Wir leben in spannenden Zeiten" (slow. Živimo v vznemirljivih časih) eröffnet.
Der slowenische Ausstellungskurator Marko Košan hat für die Auswahl der Werke von dreizehn slowenischen Künstlerinnen und Künstlern gesorgt, die inmitten der modernen Überflutung von Bilddarstellungen zahlreicher Medien nach neuen malerischen, bildhauerischen und fotografischen Ausdrucksformen suchen und in Richtung neuer Utopien der (ungewissen) Zukunft orientiert sind. Die Ausstellung wurde vom slowenischen Kulturminister Dr. Vasko Simoniti und dem Präsidenten des Kunstausschusses beim Europäischen Parlament Prof. Karol Karski eröffnet.
Die ausgestellten Werke der ausgewählten Malerinnen und Maler Suzana Brborović, Nina Čelhar, Tina Dobrajc, Mito Gegič, Aleksij Kobal, Ana Sluga, Miha Štrukelj, Sašo Vrabič, Uroš Weinberger und Joni Zakonjšek, "verdeutlichen den Weg, mit welchem die Malerei heute nach ihrer modernen Form im Wiederspruch zwischen den visuellen Codes der Massenmedien und der subjektiven künstlerischen Ausdrucksform sucht", schreibt der Kustos Marko Košan in der Begleitbroschüre. Durch die suggestive Darstellung der malerischen Werke stellen sich Fragen über den Tod beziehungsweise das künstlerische Überleben, über das Verhältnis zwischen dem Original und seiner Kopie sowie über die Position des Künstlers in der heutigen Welt, in der er mit einem "erbarmungslosen Diktat der Massenmedien und ihrer Werkzeuge der oberflächlichen Massenkultur sowie mit der Vorherrschaft von digital erzeugten Darstellungen im Alltag konfrontiert ist."
Ähnliches stellen ebenfalls die ausgestellten Werke der Fotografen Herman Pivk und Uroš Abram dar, da sich die Fotografie als dominantes Medium moderner visueller Kunst durch die Digitalisierung vollkommen über das Umfeld des Missbrauchs von Darstellungen entfaltet hat. Der Fotograf zählt zu den ausgezeichneten slowenischen Schöpferinnen und Schöpfern, die suggestiv und überzeugend das Dilemma lösen, in welchen die Fotografie in "die Krise des Realen" geraten ist. Abram zum Beispiel behandelt in seinem Werk das Verhältnis zwischen der fotografischen Bilderscheinung und der visuellen Überproduktion, und zwar durch den Begriff der Völlerei, einer der sieben Todessünden.
Neben den Malerinnen, Malern und Fotografen wird bei der Ausstellung auch der Bildhauer Lujo Vodopivec sein Werk vorstellen. Seine zwei Skulpturen sind Metaphern der menschlichen Sehnsucht, die in der modernen Welt früher oder später an die symbolische elektronische Infusion angeschlossen wird, bei welcher Wünsche austrocknen und Träume dahinsiechen. Manchmal ist Vodopivec in seinen Werken auch prophetisch: Die Skulptur Virus hat er im Jahr 2010 ausgearbeitet, lange vor der aktuellen Pandemie COVID-19.
Kustos Košan ist überzeugt, dass "Künstlerinnen und Künstler erneut hier sind, weil sie verwerfliche und schockante Darstellung der modernen Welt aufdecken sowie eine Rolle des hervorgehobenen Sensors, der das kollektive Bewusstsein der Menschheit erweckt, schaffen".
Wie der Kulturminister Dr. Simoniti bei der Eröffnung der Ausstellung betonte, kann in jeder Kategorie der modernen Kunst, vor allem in der bildenden Kunst, eine außerordentliche Vielfältigkeit und Koexistenz von Formen gefunden werden, die für andere Kunstarten weniger typisch sind. Vielleicht ist gerade deswegen die bildende Kunst mit ihrer außerordentlichen Vielfältigkeit ein lebendiger demokratischer Labor, der ständig den Pluralismus von Ausdrücken und Ideen schafft, sagt der Kulturminister Dr. Simoniti.
Die Ausstellung ist als Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen dem Kulturministerium der Republik Slowenien, der Kärntner Galerie für bildende Kunst in Slovenj Gradec und dem Europäischen Parlament entstanden.
Die Ausstellung dauert bis 31. Dezember. Da wegen den Maßnahmen zur Eindämmung des Coronaviruses der Eintritt zur Ausstellung erschwert ist, kann die Ausstellung auch über die Internetseite des Kulturministeriums der Republik Slowenien besichtigt werden.